Recap 9. Kongress christlicher Führungskräfte in Hamburg – Teil 1

Es war meine Premiere und in diesem Jahr als Alternative zum DFK15 eingeplant. Warum? Weil mir der Fundraisingkongress keine Gelegenheit bietet, mit meinen Zielgruppen – Unternehmen – in Kontakt zu kommen. Kann er ja auch gar nicht. Für mich ist das aber das Spannendere derzeit. In diesem Sinne war der #kcf15 für mich lohnend. Nicht nur, weil ich meine Visitenkartentasche durch einige interessante Personen bereichern konnte, sondern auch deswegen, weil ich einen guten Einblick erhielt, wie christliche Unternehmende ticken. Vorweg: Ja, sie ticken evangelikal. Auch ist die allgemeine Ausrichtung politisch eher (wert-) konservativ, wovon die Anwesenheit von Dr. Frauke Petry, Bundessprecherin der AfD in einem Podiumsgespräch zur Meinungsfreiheit in Deutschland, zweier CDU-Minister und einem Stand radikaler Abtreibungsgegner zeugt. Auch die sehr starke Betonung von Familie und Kinder als DAS Fundament einer gelungenen christlichen Unternehmerkarriere zog sich durch alle Beiträge. Auch, daß beide „Preise für christliche Führungskräfte“ an Männer gingen, war bezeichnend, aber vielleicht entspricht das auch den Realiäten der Verteilung von weiblichen und männlichen christlichen Führungskräften.

„Mit Werten in Führung gehen“ – um dieses Motto kreisten die Plenumbeiträge und Seminarthemen. Und über Werte, Gebote, Vorbilder und Führung erfuhr ich vieles. Vieles war dabei, was nachahmenswert ist. Was ist aber das spezifisch christlichliche daran? Werte wie „professionelle Agilität“, „kompromisslose Aufrichtigkeit“, „konzentrierte Achtsamkeit“, „echte Ambition“ erschliessen sich doch durchaus auch einem Atheisten, oder?

Was ich mitnahm, und da greife ich eine Twitter Diskussion mit @_widera_ auf, ist es die Kunst, zwischen Egoismus und Altruismus einen geeigneten Mittelweg zu finden.  Mit welchen Werten? Z.B. Maß halten, nicht gierig sein, abgeben, teilen, Verantwortung dafür zu übernehmen, die persönlichen Gaben so einzusetzen, daß sie gute Früchte bringen. Das alles ist nicht egoistisch, dient aber gleichzeitig der eigenen Zufriedenheit und Sattheit. Damit wird auch die Bedeutung von Geld relativiert. Denn gerade beim Geld ist die Egoismusgefahr am größten. Weil es beim Geld kein natürliches Sättigungsgefühl gibt, keine natürliche Instanz, die sagt „Jetzt ist genug!“. Und das finde ich tröstlich: Christliche Werte helfen dabei, seinen eigenen Wertekompass zu justieren. Und dafür war der #kcf15 sehr gut geeignet.

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